Vujadin Boškov

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Vujadin Boškov (* 16. Mai 1931 in Begeč bei Novi Sad) ist ein ehemaliger jugoslawischer Fußballspieler und -trainer, der 1990 als Trainer mit Sampdoria Genua den Europapokal der Pokalsieger gewann.

Laufbahn

Spieler

Vereine, 1946 bis 1963

Den Anfang seiner Karriere verbrachte Boškov von 1946 bis 1961 bei Sloga bzw. Vojvodina Novi Sad und absolvierte während dieser Zeit 512 Punktspiele. Der als Außenläufer im damaligen WM-System spielende Serbe konnte mit den Rot-Weißen aus dem Stadion Gradski keine besonderen Erfolge erzielen, da die Belgrader und Zagreber Vereine in diesen Jahren dominierten. Lediglich im Jahr 1951 zog er mit Novi Sad in das Pokalfinale ein. Seine persönliche Klasse konnte er dagegen in der Nationalmannschaft unter Beweis stellen. Mit 30 Jahren bekam er die Freigabe für einen Wechsel ins Ausland und unterschrieb für die Runde 1961/62 in Italien bei Genua 1893. Mit dem Engagement bei Young Fellows Zürich in der Saison 1962/63 beendete er seine Spielerlaufbahn.

Nationalmannschaft, 1951 bis 1958

Mit 20 Jahren debütierte Vujadin Boškov am 25. Juni 1951 als linker Außenläufer beim Länderspiel in Belgrad gegen die Schweiz in der jugoslawischen Fußballnationalmannschaft. Er nahm mit dem Gewinn der Silbermedaille erfolgreich am Olympia-Turnier 1952 in Helsinki teil. Die Läuferreihe Zlatko Čajkovski, Ivan Horvath und Boškov gehörte zu dem Besten was in den Fünfzigern zu sehen war. Im Finale am 2. August 1952 in Helsinki konnten aber auch sie nicht die 0:2-Niederlage gegen die von Ferenc Puskás angeführte ungarische Elf verhindern. Es folgten die zwei Teilnahmen bei den Fußballweltmeisterschaften 1954 in der Schweiz und 1958 in Schweden. Boškov bestritt alle acht WM-Qualifikationsspiele - gegen Griechenland und Israel vor der Weltmeisterschaft 1954 und gegen Griechenland und Rumänien vor der WM 1958. In der Schweiz und in Schweden war er auch Aktiver in allen sieben ausgetragenen Turnierspielen der „Plavi“. Herausragend waren die Spiele 1954 gegen Brasilien, das 1:1 nach Verlängerung endete und der 3:2-Sieg im Gruppenspiel 1958 gegen Frankreich. Aus Anlass des 75-jährigen Jubiläums des irischen Fußballverbands „Irish Football Association“ (IFA) wurde Boškov zusammen mit seinem Landsmann Bernard Vukas in die europäische Kontinent-Auswahl für das Spiel am 13. August 1955 in Belfast gegen Großbritannien berufen. Gemeinsam mit Ernst Ocwirk und Robert Jonquet bildete er beim 4:1-Erfolg der Europaauswahl die Läuferreihe. Vukas gelang von der 77. bis zur 88. Spielminute dabei ein klassischer Hattrick. Den Abschied aus der Nationalmannschaft nahm er nach seinem 58. Länderspiel am 19. Juni 1958 gegen Deutschland nach der 0:1-Niederlage im Viertelfinale bei der WM 1958 in Schweden vor.

Trainer, 1963 bis 2000

In der Schweiz, bei Young Boys Bern, begann in der Saison 1963/64 die Trainerkarriere des Professors für Geschichte und Geographie. Da Boškov dazu noch sieben Sprachen beherrschte, machte er sich in den nächsten Jahrzehnten zu einer wahren Trainer-Odyssee auf den Weg. Er betreute Vojvodina Novi Sad, Ajax Amsterdam, FC Den Haag, Feyenoord Rotterdam, Real Saragossa, Real Madrid, Sporting Gijón, Ascoli Calcio, Sampdoria Genua, AS Rom, SSC Neapel, Perugia Calcio, Servette Genf und war zweimal als Nationaltrainer von Jugoslawien im Einsatz. Über die Jahre erwarb er sich den Ruf, einer der angesehensten und erfahrensten Trainer Europas zu sein. Als Trainer galt Boškov als Verfechter des offensiven Fußballs, der für ihn in erster Linie ein Laufspiel darstellte und nur auf der Grundlage absoluter Disziplin erfolgreich sein konnte. Von seinen Spielern erwartete er, dass „sie sich als Profis leistungsfördernd verhalten und ihr Leben danach ausrichten“. Sofortige Geldstrafen waren für ihn ein probates Mittel, um regulierend einzugreifen, wenn er im Training bemerkte, dass bestimmte Übungen nicht mit dem nötigen Ernst und der erforderlichen Konzentration durchgeführt wurden. Auf taktische Fehler in den Spielen reagierte er häufig mit der Verbannung des betroffenen Spielers auf die Ersatzbank. Mit mannschaftlicher Geschlossenheit zum Erfolg zu kommen war ein Ziel seiner Trainertätigkeit.

Erfolge

Literatur

  • Fussball Lexikon, Rohr/Simon, Copress Verlag, 2004, ISBN 3-7679-0829-8
  • Lexikon der internationalen Fußballstars, Michael Horn, Verlag Die Werkstatt, 2004, ISBN 3-89533-466-9
  • KICKER Sonderheft, EURO 2000, Olympia-Verlag, Nürnberg, 2000

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