1950 - 1960

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Geschichte

1950-1951

SV Waldhof im Südwest-Stadion
Mannschaftsfoto Saison 1950/51

1950-1951: Am 15. August, und damit fast auf den Tag genau 33 Jahre vor dem ersten Bundesligaspiel an gleicher Stelle, startete der SV Waldhof im Südweststadion vor 40 000 Zuschauer gegen den amtierenden Deutschen Meister VfB Stuttgart in die Saison. Am heimischen Alsenweg wurde ein neuer Rasen verlegt. Das Spiel fand ohne den Torjäger Paul Lipponer junior statt, der zu Phönix Ludwigshafen wechselte, in der Winterpause jedoch wieder den Weg zurück über den Rhein zum SV Waldhof fand. Die Oberliga Süd hieß nun 1. Liga Süd, in der mit Aufsteiger Neckarau gleich drei Mannheimer Vereine vertreten waren. Der VfL stellte mit Fritz Balogh auch den einzigen Mannheimer beim ersten Länderspiel nach dem Krieg, welches am 22. November 1950 vor 115 000 Zuschauern in Stuttgart mit einem 1:0-Sieg gegen die Schweiz endete. Nur zwei Monate später verunglückte der Nationalspieler bei der Heimfahrt nach einem Spiel in München tödlich, als er aus dem fahrenden Zug stürzte. Während für Neuling Neckarau der elfte Platz durchaus zufriedenstellend war, bedeuteten Platz Zwölf für den VfR und Rang 14 für Waldhof große Enttäuschungen. Der SVW konnte lediglich drei Punkte mehr als Absteiger SV Darmstadt 98 einfahren.

1951-1952

1951-1952 Auch in jener Saison hieß es auf dem Waldhof kleinere Brötchen zu backen. Erst am sechsten Spieltag konnte ein 20-Meter Hammer von Paul Lipponer junior kurz vor Ende zum 2:0 Endstand gegen den Lokalrivalen VfL Neckarau den ersten Waldhof-Sieg sicher stellen. Die Waldhof-Fans muten durch ein wahres Wechselbad der Gefühle gehen. So folgte beispielsweise einem 7:1-Sieg gegen den FSV Frankfurt eine derbe 0:5-Schlappe gegen Absteiger Schwaben Augsburg. Moral zeigte die Mannschaft beim Derby gegen den VfR, als sie einen 0:2-Rückstand im Endspurt durch Tore von Heim und Lipponer per Elfmeter noch zu einem Unentschieden umbiegen konnten. Alles in allem sorgte Platz Zehn allerdings erneut für betretene Mienen. Der VfL Neckarau konnte die Klasse nicht halten.


1952-1953

Szene aus dem Spiel SV WaldhofRW Essen


Zwei Gesichter zeigte der SV Waldhof in der Saison 1952-1953. Daheim blieb die Mannschaft ungeschlagen. Egal ob der Deutsche Meister VfB Stuttgart, der FC Bayern, Lokalrivale VfR oder die jeweils amtierenden Tabellenführer Eintracht Frankfurt und VfB Mühlburg , der im weiteren Saisonverlauf mit Phönix Karlsruhe zum KSC fusionierte: Alle wurden sie mit zum Teil deutlichen Niederlagen auf den Heimweg geschickt. Die Auswärtsschwäche der Blau-Schwarzen ließ jedoch nur einen Mittelfeldplatz zu. In der Ferne konnte die Mannschaft lediglich einen Sieg einfahren.
Halbfinale im DFB-Pokal
Für Furore sorgte der SVW im DFB-Pokal. Nach Siegen gegen Braunschweig (2:1), Fürth (5:2) und Concordia Hamburg (2:1) stand Waldhof im Halbfinale. Gegner war der Favorit von Rot-Weiß Essen. Im Team von RWE stand u.a. Helmut Rahn, späterer Torschütze zum entscheidenden 3:2 im Endspiel der WM 1954 gegen Ungarn. Bereits in der 1. Minute durfte der Waldhof-Anhang unter den 20 0000 Zuschauern in Koblenz jubeln. Paul Lipponer junior brachte seine Farben in Führung. Islacker konnte noch vor der Pause ausgleichen und drehte mit seinem zweiten Tor in der 53. Minute das Spiel. Wagner glich zwar für Waldhof noch einmal aus, doch Gottschalk besiegelte in der 72. Minute mit seinem Treffer zum 3:2-Endstand das Aus gegen den späteren DFB-Pokal-Gewinner. Dennoch konnte das Team von Hans Wendlandt erhobenen Hauptes die Rückreise nach Mannheim antreten, galt Essen zu jener Zeit doch zu den besten Mannschaften in Deutschland.


1953-1954

Szene aus dem Spiel SV Waldhof - Viktoria Aschaffenburg am 21.03.1954. Der Waldhöfer Reinhold Cornelius (rechts) beim Torschuss.

1953-1954 Mit einem 5:0-Sieg gegen Aufsteiger Jahn Regensburg startete der SV Waldhof hoffnungsvoll in die neue Runde. Doch der Schein trug. Schnell wurde die Mannschaft ins untere Mittelfeld durchgereicht. Im Verlauf der Rückrunde ging es weiter abwärts Richtung Abstiegsplätze. So kam es am letzten Spieltag zum Fernduell zwischen den punktgleichen Stuttgarter Kickers und dem SV Waldhof um den Klassenverbleib. Die Mannheimer mussten ausgerechnet beim VfB Stuttgart antreten, der noch einen Sieg zur Süddeutschen Meisterschaft benötigte. Tatsächlich leistete Augsburg mit einem 5:0 Sieg gegen die Kickers Schützenhilfe für den Waldhof. In Stuttgart hielt bis spät in die zweite Halbzeit das Abwehr-Bollwerk der Blau-Schwarzen stand, der SVW wäre gerettet gewesen. Doch zwei Tore für den VfB bedeuteten die Süddeutsche Meisterschaft für die Schwaben und den bitteren Abstieg für die Kurpfälzer. Nach 40 Jahren in der obersten Liga fand man sich plötzlich in der Zweitklassigkeit wieder. Mit Ludwig Siffling und Georg Herbold verließen zwei altgediente Spieler nach dem Abstieg den Verein.
Das Wunder von Bern
Trauer herrschte auf dem Waldhof nach dem Abstieg. Dagegen meldete sich die Nationalmannschaft mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft zurück. Für die Menschen in Deutschland bedeutete der Titel nach dem Krieg Aufbruch in eine neue Zeit. Tatsächlich wurde danach das Wirtschaftswunder eingeläutet. Auf der Trainerbank ging der gebürtige Waldhöfer Sepp Herberger in die deutsche Fußball-Geschichte ein.


1954-1955

Nach dem Abstieg verließen mit Georg Herbold und Ludwig Siffling die letzten beiden Vertreter die Mannschaft, die bereits in den dreißiger Jahren zur erfolgreichen Waldhof-Elf gehörten. Die erste Saison in der Zweitklassigkeit begann katastrophal für den SVW . Nach sechs Spielen stand man mit 1:11 Punkten auf dem letzten Platz. Immerhin konnte man sich noch auf Rang 8 vorarbeiten. Ganz anders die Boxabteilung bei den Blau-Schwarzen. Edgar Basel wurde Europameister und Deutscher Meister, Willi Roth Deutscher Vizemeister.


1955-1956

Mannschaftsfoto Saison 1955/56

Auch in der Saison 1955-1956 war Waldhof vom Wiederaufstieg weit entfernt. Dies spiegelte sich auch im sinkenden Zuschauerzuspruch wider, Waldhof schrieb finanziell Verluste. Während man nach der Vorrunde noch Elfter war, stand man am Saisonende auf Platz 6. Besonders bitter war die 0:8 Pleite im Möslestadion gegen den Freiburger FC . Auch 1956 sorgte die Boxabteilung für Furore: Mit Edgar Basel, Willi Roth und Ulli Ritter trugen gleich drei Deutsche Meister die Waldhof-Raute auf der Brust.

Fritz Pliska wurde in dieser Saison von Fritz Weidinger als Cheftrainer abgelöst aber auch er hatte den Zepter nicht lange in der Hand. Ab 14. März 1956 löste Ihn Ludwig Günderoth als Interims-Trainer ab. Als nächster Cheftrainer wurde zum Ende der Saison der Ungar Arpad Medve ernannt.


1956-1957

Mannschaftsfoto Saison 1956/57

1957-1958 war die Zeit der Zweitliga-Mittelmäßigkeit auf dem Waldhof endlich vorbei. Mit einem schwer erkämpften 3:1-Heimsieg am 8. Juni 1958 über den FC Bayern Hof stand die Meisterschaft und damit der lang ersehnte Aufstieg in die 1. Liga Süd mit Zwei-Punkte-Vorsprung auf die TSG Ulm 46 fest. Ein wirklich gutes Geburtstagsgeschenk für den 50 Jahre alten Waldhof Mannheim.


1957-1958

Mannschaftsfoto Saison 1957/58


1957-1958 war die Zeit der Zweitliga-Mittelmäßigkeit auf dem Waldhof endlich vorbei. Mit einem schwer erkämpften 3:1-Heimsieg am 8. Juni 1958 über den FC Bayern Hof stand die Meisterschaft und damit der lang ersehnte Aufstieg in die 1. Liga Süd mit Zwei-Punkte-Vorsprung auf die TSG Ulm 46 fest. Ein wirklich gutes Geburtstagsgeschenk für den 50 Jahre alten Waldhof Mannheim.


1958-1959

Nach dem Aufstieg hießen in der Saison 1958-1959 die Gegner Bayern München, 1860 München, VfB Stuttgart oder 1. FC Nürnberg. Aber auch mit dem VfR Mannheim befand man sich wieder auf Augenhöhe. Als man am 24.August den VfB Stuttgart vor 15 000 Zuschauern am Alsenweg mit 2:0 schlug und nach zwei Spielen auf dem ersten Platz stand, war die Euphorie auf dem Waldhof groß. Allerdings folgten im Laufe der Saison Ergebnisse wie ein 1:9 zu Hause gegen Bayern, die bis heute höchste Heimniederlage, ein 0:8 in Nürnberg oder ein 3:7 in Karlsruhe. Der SV Waldhof musste als Tabellenletzter den bitteren Gang zurück in die Zweitklasigkeit antreten.


1959-1960

Meister Zweite Liga 1960

In die Saison 1959-1960 ging man trotz des Abstiegs mit Trainer Arpad Medve, der viele neue Spieler in das Team integrierte. Darunter Klaus Sinn, der auch nach Beendigung seiner Spielerkarriere dem SVW in diversen Funktionen die Treue hielt. Waldhof durfte den direkten Wiederaufstieg feiern. In dieser Saison wechselte übrigens der erstklassige Nachbar VfR die Spielstätten. Vom Stadion an den Brauereien wechselte man über den Neckar in das alte Rhein-Neckar-Stadion.

Gesamtübersicht

Das Jahre

Die Saison


Literatur

  • Dr. med. Helmut Klingen: 50 Jahre SV Waldhof Mannheim. A.Rausch, Heidelberg 1957
  • Rudolf Hahner: 75 Jahre SV Waldhof Mannheim 07 e.V.. Mannheim 1982
  • Joachim Bremser: Wunder Waldhof. Biblis 1983
  • Fritz Glanzner und Kurt Schaller: Günter Sebert - Waldhof ist mein Leben . TIP-Verlag, Lampertheim 1985
  • Günter Rohrbacher-List: Blau und Schwarz - Der SV Waldhof. Waldkirch Verlag, Mannheim 2004, ISBN 3-927455-15-6
  • Günter Rohrbacher-List: das SV WALDHOF lexikon. Waldkirch Verlag, Mannheim 2007, ISBN 978-3-927455-33-7
  • Karl-Heinz Schwarz-Pich: 100 Jahre SV Waldhof Mannheim 1907-2007. Grunert Medien & Kommunikation GmbH, Mannheim 2007, ISBN 978-3-00-019800-7


Weblinks



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